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Entwurfsprojekt

Verdichten und Ergänzen
Wintersemester 2017/2018. Thomas Knüvener (Prof. i. V.), Projekt in Kooperation mit dem Lehrgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, Prof. Sascha Luippold, Lehrauftrag: Christoph Grabowski - Es findet zudem eine Kooperation mit den Urban Design Studios der Pennsylvania State University und der Texas A&M University am Standort Bonn statt.


Thema
Die „Renaissance der Städte“ zeigt die Attraktivität vieler Städte mit Arbeitsplätzen, umfangreichen Einkaufsmöglichkeiten und einem großen kulturellen Angebot. Der kontinuierliche Zuzug und auch der gestiegene Bedarf an Wohnfläche pro Person schafft eine Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt. Durch die Transformation von Militär- und Industriearealen aber auch durch die höhere Ausnutzung und Verdichtung von Restflächen und Baulücken kann Baugrund gewonnen werden und gleichzeitig das Ziel der Bundesregierung nach Verringerung der Flächeninanspruchnahme erreicht werden. Die Lehrveranstaltungen „Städtebau 2“ wird hierzu thematisch in das Projekt eingebunden.

Ort | Umfeld | Hintergrund
Bonn hat den Verlust der Hauptstadtfunktion durch den Ausbau von Universitäts- und Forschungseinrichtungen, die Ansiedlung von mehreren Einrichtungen der Vereinten Nationen und Erhalt mehrerer Großunternehmen und DAX-Konzerne kompensiert und verzeichnet seit Jahren ein stetiges Wachstum. Der Wunsch vieler Menschen, in der Stadt zu wohnen, führt dazu, dass viele Flächen, die auf Grund ihrer Lage lange nicht betrachtet wurden nun in den Fokus der Entwicklung kommen. Entlang der Bahntrasse nach Köln befinden sich viele mindergenutzte Grundstücke, Brachen und Restflächen. Deren Bebauung erfordert zwar einen erhöhten Planungs- und Bauaufwand, gleichzeitig kann aber dadurch der Flächenverbrauch begrenzt und zum Teil sehr innenstadtnahe Standorte erschlossen werden.

Aufgabe
Dem eigentlichen Entwurfsprozess wird eine Analysephase vorangestellt, in der der Raum entlang der Bahntrasse erkundet und nach geeigneten Arealen gesucht wird. Diese soll die städtebaulichen Situation sowie der strukturellen und räumlichen Beschaffenheit der Umgebung, deren Defizite als auch Qualitäten erkennen und darstellen.
Der nächste Schritt ist eine städtebauliche Konzeption für eine dieser Flächen, die die Möglichkeit zu einer Wohnbebauung bietet. Die Art des Wohnungsbaus, ob Geschoßwohnungsbau oder Townhouses, ob Studentenwohnen oder Baugruppen, ist abhängig von der Lage und den Möglichkeiten des Areals. Das Grundstück wird in Abstimmung mit den Betreuern festgelegt.
Im Laufe des Semesters wird der Städtebau dann in der Entwicklung des Gebäude vertieft. Dazu sollen entsprechende Grundrisse entwickelt, über das Verhältnis Privat – Öffentlich nachgedacht, die Gestaltung und Anmutung der Baukörper im Stadtraum entworfen und die wohnungsnahen Freiräume konzipiert werden.

Abgabeleistungen
• städtebauliche Analyse des Bestandes in freier Darstellung
• städtebauliches Konzept und Nutzungskonzept in freier Darstellung
• Lageplan 1:500, Darstellung mit Umfeld
• Schnitte und Ansichten 1:200
• Grundrisse 1:200
• architektonisches Konzept in freier Darstellung
• Umgebungsmodell 1:500, Modell 1:200
• Präsentation in freiem Planformat sowie Abgabe von pdf-Dateien auf CD.

Die Arbeiten werden an den Plänen, Modellen und dem Kolloquium im Hinblick auf  innovative Lösungen der Aufgabe unter Anwendung folgender Kriterien durch die Prüfer gemeinsam begutachtet und bewertet:

1. Urbanistische Qualität (Qualität der Quartiersstruktur sowie der Neubauten im städtischen Kontext vs. Signifikanz, Raumqualität)
2. Architektonische Qualität (äußere Formgebung und Aussage, Innenräume, Atmosphären, Aufenthaltsqualität, Erlebbarkeit und Nutzungsvielfalt der Wohneinheiten und der Freiflächen)
3. Funktionalität (Angebote und Nutzungsprogramme, äußere und innere Erschließung, Zusammenhang zwischen Altbestand und Neubau)

Termine  (Änderungen vorbehalten)
• Ausgabe 11. Oktober 2017
• Ortsbegehung Bonn 25. Oktober 2017
• Rundgang 1, 8. November 2017 Analyse, Nutzungskonzept, städtebauliches Konzept
• Rundgang 2, 6. Dezember 2017 Hochbau
• Abgabe und Schlusskritik, 7. Februar 2018 nach Aushang

Die Projektbetreuungen wechseln wöchentlich jeweils in den Gruppen von Thomas Knüvener,  Prof. S. Luippold und Arch. Christoph Grabowski. Die Zwischentestate sind zwingende Voraussetzungen für die weitere Bearbeitung. Die Präsentation und Abgabe der Arbeiten findet voraussichtlich am 7.Februar 2018 statt.


Literatur
(Hrsg.) ACTAR, Barcelona, 2010: Total Housing - Alternatives to Urban Sprawl

Claus, Felix + Altiok, Medine: Lehre und Typus – Beispiele, Texte und Übungen zum Wohnen in der Stadt, Zürich, 2011

Chiffre, Lorenzo: Kultivierung des Gewöhnlichen, in: Drei Häuser in Wien, Sergison bates, Park Books, 2014

Durth, Werner und Sigl, Paul: Baukultur – Spiegel gesellschaftlichen Wandels, Berlin, 2009

Ebbing, Georg: Der Eckgrundriss, Niggli Verlag, 2014

Faller, Peter: Der Wohngrundriss, Berlin, 2002

Harlander, Tilman: STADTWOHNEN, DVA München, 2007

Imhof, Lukas; Sik, Miroslav: Midcomfort, Ambra Verlag, 2013

Kleinekort, Volker, et.al.: Neuer Städtebau, Hrsg. Karl Krämer Verlag, Stuttgart, 2008

Kleinekort, Volker; Schmeing, Astrid: Die Siedlung in der Stadt, JOVIS Verlag, Berlin, 2016

(Hrsg.) kraemer Verlag: Neues Wohnen in der Stadt, Stuttgart, 2012

Komossa, Susanne: The Dutch urban block and the public realm, Vantilt, Rotterdam, 2011

Meier, Herrman: EUROPAN 9  - European Urbanity, NAI Publishers, 2008 (siehe auch www.europan.de)

Schneider, Friederike: Grundrissatlas Wohnungsbau, 4. Auflage, Basel, 2011

Schramm, Helmut: Low Rise – High Density, Horizontale Verdichtungsformen im Wohnungsbau, Wien, 2008

Kraft, Sabine: Die Grundrißtableaus. In: ARCH+ 176, Wohnen, Aachen, 2006, S. 51ff.

Wüstenrot Stiftung [Hrsg.):  Wohnvielfalt. Gemeinschaftlich wohnen – im Quartier vernetzt und sozial orientiert. Ludwigsburg 2017